Zweite Deutsch-Belgische Konferenz: "Strengthening the Integration Nexus - Integration, Religion and Education"

von links: Melchior Wathelet, belgischer Staatssekretär für Haushalt, Migration und Asylpolitik, Familienpolitik und föderale Institutionen, Botschafter Bettzuege und Thomas Fischer, Bertelsmann-Stiftung Bild vergrößern von links: Melchior Wathelet, belgischer Staatssekretär für Haushalt, Migration und Asylpolitik, Familienpolitik und föderale Institutionen, Botschafter Bettzuege und Thomas Fischer, Bertelsmann-Stiftung (© Sebastian Pfütze) Die zweite Deutsch-Belgische Konferenz fand am 13. und 14. Januar 2011 zum Thema "Strengthening the Integration Nexus - Integration, Religion and Education" in den Räumlichkeiten der Bertelsmann Stiftung Unter den Linden in Berlin statt. Organisiert wurde sie durch die Deutsche Botschaft in Brüssel, die Bertelsmann Stiftung, sowie das Belgische Außenministerium.

Am ersten Tag der Konferenz wurden die gemeinsamen Herausforderungen der beiden Länder beim Thema Integration diskutiert: Sowohl in Belgien als auch in Deutschland sind die Kompetenzen für Integrationspolitik zwischen den verschiedenen Regierungsniveaus (föderal, regional) und zwischen diversen Resorts verteilt. Beide Länder haben die Integration ihrer Minderheiten zu bewältigen (siehe dazu auch die OECD Studie zur sozialen Gerechtigkeit, worin Deutschland und Belgien unter den 31 Ländern Platz 15 und 16 belegen), benötigen aber dennoch Zuwanderung, um wirtschaftliches Wachstum zu fördern und demografischem Wandel zu begegnen. Dem Vergleich der beiden Partnerstädte Berlin und Brüssel wurde dabei besondere Bedeutung beigemessen, haben doch beide Hauptstädte eine Bevölkerung mit Migrationshintergrund, die 25% bzw. 33% bereits übersteigt.

Am zweiten Tag der Konferenz wurden dann anhand von „best practices“ konkrete Erfahrungen ausgetauscht. Unter anderem wurde nach einem Vortrag über das königliche Atheneum Antwerpen (Gymnasium) der Campus Ruetli im Berliner Bezirk Neukölln besichtigt.

Der belgische Senator Rik Torfs Bild vergrößern Der belgische Senator Rik Torfs (© Sebastian Pfütze)

Die Teilnehmer der Konferenz unterstrichen den weitreichenden Erkenntnisgewinn und die Notwendigkeit des grenzüberschreitenden Austausches zum Thema Integration insbesondere zwischen europäischen Nachbarländern, um erfolgreiche Ansätze zu übernehmen, neue Eindrücke zu gewinnen und eigene Positionen zu hinterfragen.

In den Diskussionen wurde deutlich, dass erfolgreiche Integration nicht durch die Politik alleine, sondern nur durch eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung, ermöglicht werden kann. Obwohl Bildung als ein Motor für gelungene Integration identifiziert wurde, sahen die Teilnehmer u.a. auch gesellschaftliche Teilhabe, Staatsbürgerschaft und Wahlrecht, sowie Gleichbehandlung als wichtige Faktoren.


Die erste Deutsch-Belgische Konferenz fand am 14. und 15. Oktober 2009 mit über 100 Teilnehmern im Brüsseler Palast der Akademien zum Thema "Partners in Innovation and Education" statt. Bereits damals zeichnete sich aufgrund des großen Zuspruchs ab, dass die Konferenz als Forum für den Austausch zu aktuellen gesellschaftlichen Themen in den deutsch-belgischen Beziehungen fest verankert werden würde.

Gruppenfoto der Teilnehmer der 2. Deutsch-Belgischen Konferenz in Berlin Bild vergrößern Gruppenfoto der Teilnehmer der 2. Deutsch-Belgischen Konferenz in Berlin (© Sebastian Pfütze)

Teilnehmer der Konferenz waren u.a. der belgische Botschafter in Berlin Mark Geleyn, der deutsche Botschafter in Brüssel Reinhard Bettzuege, der belgische Staatssekretär für Haushalt, Migration und Asylpolitik, Familienpolitik und föderale Institutionen Melchior Wathelet, der deutsche parlamentarische Staatssekretär Ole Schröder (BMI), MdB Wolfgang Bosbach (CDU), der belgische Senator Rik Torfs, die ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages Rita Süssmuth, sowie eine Vielzahl von Länderbeauftragten und Akademikern.

Zweite Deutsch-Belgische Konferenz